Tierwohl
Gesund und Vernünftig durch die Sommerhitze
Hohe Temperaturen können insbesondere bei körperlicher Belastung oder falscher Unterbringung im Fahrzeug schnell zu einer gesundheitlichen Gefahr werden. Gerade im Hundesport ist daher besondere Aufmerksamkeit und verantwortungsbewusstes Handeln erforderlich.
Da Hunde ihre Körpertemperatur hauptsächlich über das Hecheln regulieren, können Hitze und körperliche Anstrengung schnell zu einer Überhitzung führen. Das Wohl unserer Hunde hat für uns oberste Priorität. Deshalb behalten wir die Wetterentwicklung stets im Blick und passen Training, Prüfungen und Veranstaltungen bei Bedarf den Witterungsbedingungen an oder sagen diese zum Schutz von Mensch und Hund ab.
Wer ist besonders gefährdet?
Intensive körperliche Belastung kann bei hohen Temperaturen schnell zu einer Überforderung des Organismus führen. Grundsätzlich kann jeder Hund bei Hitze und sportlicher Aktivität überhitzen. Ein erhöhtes Risiko besteht insbesondere bei:
- sehr leistungs- und arbeitsfreudigen Sporthunden, die auch bei großer Hitze mit hoher Motivation arbeiten,
- Hunden mit kurzen Schnauzen (brachyzephale Rassen), da ihre natürliche Kühlung über das Hecheln eingeschränkt sein kann,
- älteren Hunden, sehr jungen Hunden sowie Tieren mit Vorerkrankungen oder Übergewicht.
Welche Aktivitäten sollten bei großer Hitze vermieden werden?
Bei hohen Außentemperaturen sollten intensive Belastungen möglichst vermieden oder in die frühen Morgen- bzw. kühleren Abendstunden verlegt werden. Dazu zählen unter anderem:
- IGP-/Gebrauchshundesport und Mondioring
- Agility
- Hoopers
- Turnierhundsport (THS)
- Flyball
- Zughundesport
- intensive Sprint-, Sprung- oder Apportierübungen
Auch Spaziergänge auf stark aufgeheiztem Asphalt sowie längere Aufenthalte in der direkten Sonne sollten möglichst vermieden werden.
Unsere Empfehlungen für heiße Sommertagen
- Hunde entweder mit aufs Vereinsgelände bringen oder im ausreichend belüfteten Fahrzeug, welches möglichst im Schatten (Verlauf der Sonne berücksichtigen) parkt, unterbringen.
- Training möglichst in die kühleren Tageszeiten legen.
- Für ausreichend Schatten und frisches Trinkwasser sorgen.
- Belastungen individuell an Hund und Witterung anpassen.
- Auf Anzeichen von Überhitzung wie starkes Hecheln, Mattigkeit, Taumeln oder Apathie achten und das Training sofort beenden.
- Im Zweifel gilt immer: Gesundheit und Tierschutz haben Vorrang vor sportlichen Zielen.
- Ein Training, eine Prüfung oder ein Wettkampf kann jederzeit verschoben oder abgesagt werden. Kein sportlicher Erfolg ist wichtiger als die Gesundheit unserer Hunde.
Hilfe für Hunde in überhitzten Fahrzeugen
Befindet sich ein Hund in einem nicht ausreichend belüfteten, offensichtlich überhitzten Fahrzeug, versuche zunächst den Halter ausfindig zu machen. Ist dies nicht möglich und besteht der Verdacht auf eine akute Gefahr für das Tier, verständige umgehend die Polizei oder den Notruf.
Besteht bereits eine unmittelbare Lebensgefahr für den Hund und ist keine rechtzeitige Hilfe zu erwarten, kann in einer solchen Ausnahmesituation auch das Einschlagen einer Fahrzeugscheibe rechtlich gerechtfertigt sein (sogenannter rechtfertigender Notstand nach § 34 StGB sowie § 228 BGB). Dokumentiere in diesem Fall nach Möglichkeit die Situation (z. B. mit Fotos, Uhrzeit, Außentemperatur und Zeugen), um den Notfall nachvollziehbar festzuhalten.
Erste Hilfe bei Überhitzung - jede Minute zählt!
Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall! Alarmiere am besten noch während der Erstversorgung eine Tierarztpraxis oder Tierklinik. Zur Erstversorgung dienen dir folgende Schritte:
- Hund unmittelbar an einen schattigen, kühlen Ort bringen.
- Schrittweises Abkühlen: Körper - insbesondere Bauch, Pfoten, Innenschenkel und Brust- mit lauwarmen bis kühlen Wasser vorsichtig abgießen. Achtung: keinesfalls Hund in Handtücher einwickeln oder Hund in kaltes Wasser tauchen!
- Wasser anbieten - wenn Hund bei Bewusstsein ist
Unser gemeinsames Ziel ist jedoch, dass es gar nicht erst so weit kommt.